Informationsbeschaffung in der Krise – Funk, Kurbelradio & Co.

In einer Krisensituation kann der Zugang zu verlässlichen Informationen überlebenswichtig sein. Stromausfälle, Internetstörungen oder der Ausfall des Mobilfunknetzes machen herkömmliche Kommunikationswege unbrauchbar. Umso wichtiger ist es, auf alternative Informationsquellen vorbereitet zu sein. Hier erfährst du, wie du dich auch ohne Internet und Strom auf dem Laufenden hältst.

Kurbelradio – 

Stromunabhängig informiert bleiben


Ein Kurbelradio ist eines der zuverlässigsten Werkzeuge zur Informationsbeschaffung in der Krise. Es funktioniert unabhängig von Batterien oder Strom und empfängt analoge Radiosender (UKW/AM). Viele Modelle haben zusätzliche Funktionen:

- Kurbel- und Solarladung
- Akku mit USB-Ausgang zum Laden von Geräten
- Integrierte LED-Lampe
- Empfang von Wetter- und Notfallwarnungen (z. B. NINA, WarnWetter über UKW)

Funkgeräte – Kommunikation ohne Handynetz


Funkgeräte (Walkie-Talkies) ermöglichen Kommunikation auf kurze bis mittlere Distanz, z. B. mit Nachbarn, Familie oder Hilfsteams. Besonders nützlich bei Netz- und Stromausfall. Achte bei der Auswahl auf folgende Punkte:

- PMR446-Standard (lizenzfrei, Reichweite ca. 1–10 km)
- VOX-Funktion (Sprachaktivierung)
- Lange Akkulaufzeit oder Batteriebetrieb
- Wetter- und stoßfestes Gehäuse
- Ersatzakkus oder Batterievorrat einplanen

Weitere Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung in Krisenzeiten

Wenn Internet, Telefon und Fernsehen nicht mehr funktionieren, ist der Zugang zu verlässlichen Informationen besonders wichtig. Wer sich gut vorbereitet, kann auch bei einem Stromausfall, Blackout oder Netzverlust auf alternative Informationsquellen zurückgreifen – ganz ohne moderne Technik oder externe Infrastruktur.

Folgende Möglichkeiten solltest du einplanen:

  • Autoradio mit Zigarettenanzünder
    Bei vorhandenem Fahrzeug kann ein Autoradio über den 12-Volt-Anschluss betrieben werden – ideal, um UKW-Sender mit offiziellen Durchsagen zu empfangen, selbst wenn der Hausstrom ausfällt.


  • Solarradios mit Zusatzfunktionen
    Kompakte Notfallradios mit Kurbel- oder Solarbetrieb funktionieren netzunabhängig. Viele Modelle verfügen über integrierte Taschenlampen, Warnsirenen oder Powerbank-Funktion zum Laden von Handys.


  • Netzunabhängige Medien
    Gedruckte Broschüren, Merkblätter, Erste-Hilfe-Anleitungen oder Krisenhandbücher sollten griffbereit vorhanden sein. Sie liefern wertvolles Wissen – auch ohne Strom oder Internet.


  • Nationale Warnsysteme per UKW-Radio
    Behörden senden wichtige Hinweise über klassische UKW-Frequenzen. Ein batteriebetriebenes Radio reicht aus, um diese Notfallmeldungen zuverlässig zu empfangen – auch bei flächendeckendem Stromausfall.


  • CB-Funk oder Amateurfunkgeräte
    CB-Funk kann lizenzfrei betrieben werden und ermöglicht die Kommunikation über kurze bis mittlere Distanzen. Wer eine Funklizenz besitzt, kann mit Amateurfunkgeräten sogar überregionale Informationen einholen – unabhängig von Mobilfunknetzen.


Durch den gezielten Einsatz dieser Informationsquellen bleibst du auch in Notlagen informiert, kannst Entscheidungen treffen und bei Bedarf Hilfe anfordern – selbst dann, wenn moderne Kommunikationssysteme nicht mehr verfügbar sind.

Vorbereitung mit digitalen Tools – Technik sinnvoll für den Notfall nutzen

Auch wenn Technik in Krisenzeiten nicht immer verlässlich ist, können digitale Tools vor dem Ernstfall wertvolle Dienste leisten. Richtig eingesetzt, helfen sie dir, Warnmeldungen rechtzeitig zu empfangen, wichtige Informationen bereitzuhalten und im Notfall gezielt zu reagieren – selbst offline oder ohne Netzverbindung.

Folgende digitale Vorbereitungen sind sinnvoll:

Warn-Apps installieren


Frühzeitige Informationen können Leben retten. Lade dir vorab offizielle Warn-Apps wie NINA, Katwarn, BIWAPP oder die DWD WarnWetter-App auf dein Smartphone. Sie informieren dich zuverlässig über Gefahrenlagen in deiner Region – von Unwettern bis hin zu Evakuierungen. 

Offline-Karten und Notfalldokumente speichern

Speichere wichtige Informationen wie Notrufnummern, Hauspläne, Checklisten, medizinische Daten oder Kartenmaterial lokal auf deinem Handy oder Tablet – idealerweise auch in einer Cloud oder auf einem USB-Stick, um im Notfall ortsunabhängig Zugriff zu haben.

Mobile Endgeräte regelmäßig laden und absichern

Halte deine Geräte wie Smartphone, Tablet oder Funkgerät stets aufgeladen. Nutze Powerbanks, Solarladegeräte oder mobile Akkus, um die Stromversorgung auch bei längeren Ausfällen sicherzustellen. 

Krisenvorsorge-Datenbank anlegen 

 
Erstelle dir eine persönliche Datei oder Notiz mit wichtigen Informationen wie lokale Notunterkünfte, medizinische Kontakte, Ansprechpartner für Hilfe oder Versorgung, die du jederzeit offline abrufen kannst. 

Fazit: Informiert bleiben – auch ohne Netz

Verlässliche Informationen sind in einer Krise genauso wichtig wie Wasser oder Nahrung. Mit einem Kurbelradio, Funkgeräten und der richtigen Vorbereitung kannst du jederzeit informiert bleiben – und entsprechend reagieren. Sorge jetzt vor, damit du auch im Ernstfall den Überblick behältst.